Bergbaulandschaft Hoher Forst

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Zur Darstellung aller erwähnten, unverwechselbaren Merkmale des Erzgebirges wurden auf tschechischer und auf sächsischer Seite des Erzgebirges insgesamt 85 über das ganze Gebirge verteilte Bestandteile für die Eintragung in der Liste des Welterbes ausgewählt.

Die bemerkenswerten archäologischen Relikte des spätmittelalterlichen Silberbergbaus aus dem 14. und 15. Jahrhundert mit einer spätmittelalterlichen befestigten Siedlung in der Bergbaulandschaft Hoher Forst sind ein herausragendes Zeugnis für den durch den Bergbau hervorgerufenen Besiedlungsprozess und für die Rolle der Landesherren in der ersten Bergbauperiode.

Der Hohe Forst nordwestlich von Schneeberg stellt eine der ältesten Bergbaulandschaften des Erzgebirges dar. Schon im Jahre 1306 begann hier der Abbau von Silbererzen und hier entstand auch die Bergstadt Fürstenberg, die jedoch bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgrund des Niedergangs des Bergbaus verödete. Archäologische Grabungen belegen, dass die Bergstadt mit einer Wallanlage umgeben und mit einer Turmhügelburg ausgestattet war. Die Anbindung dieser frühen Bergsiedlung an die umliegenden Burgen verdeutlicht, dass bereits der frühe Siedlungsprozess von den Landesherren gesteuert wurde Das gesamte, ca. 10.000 m² umfassende Bergbauareal weist mehr als 160 trichterförmige Pingen auf, die sich in zwei parallel verlaufende Pingenzüge gruppieren und dem Verlauf der Haupterzgänge folgen. Die einstmalige Position der Grubenhäuser ist noch erkennbar.

In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ergab sich mit der Erschließung silberhaltiger Kupfererzlagerstätten eine kurze, aber erfolglose zweite Abbauzeit. Weitere kleinere Bergbauaktivitäten wurden zwischen 1793 und 1819 durchgeführt. Der wichtigste Stolln war der Martin-Römer-Stolln mit einem im Jahr 1807 errichteten, bis heute erhaltenen ausgemauerten Mundloch. In den späten 1930er Jahren wurde das Martin-Römer-Grubenfeld als Teil der Aufsuchung von Wolframitlagerstätten aufgefahren. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der sogenannte „Engländerstolln“ von englischen Kriegsgefangenen zur Gewinnung von Wolfram aufgefahren. Am 1. August 1945 wurde der Betrieb eingestellt.

Das Gelände der Bergbaulandschaft Hoher Forst ist touristisch durch den Natur- und Bergbaulehrpfad „Zum Hohen Forst“ erschlossen. Der Engländerstolln ist einmal jährlich zum Tag des offenen Denkmals für die Öffentlichkeit zugänglich.

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