Schachtkomplex 371

MONTANREGION ERZGEBIRGE/KRUŠNOHOŘÍ

Zur Darstellung aller erwähnten, unverwechselbaren Merkmale des Erzgebirges wurden auf tschechischer und auf sächsischer Seite des Erzgebirges insgesamt 85 über das ganze Gebirge verteilte Bestandteile für die Eintragung in der Liste des Welterbes ausgewählt.

Der Schachtkomplex 371 auf der Hartensteiner Flur war einer der ersten, von der SDAG Wismut planmäßig erstellten Großschachtanlagen des Uranerzbergbaus im Erzgebirge. Zusammen mit den Schächten 366 und 38 war der Schacht 371 einer der drei Hauptschächte des Reviers Niederschlema-Alberoda, zeitweise beschäftigte er bis zu 3.000 Personen. Die Teufarbeiten begannen 1956, die Schachtanlage ging 1959 in Betrieb. Ab den 1970er Jahren konzentrierte sich die Uranerzförderung auf Schacht 371, während die übrigen Schächte nur noch zur Materialförderung und Seilfahrt dienten. Der Hauptförderschacht 371 erreichte über zwei Blindschächte eine Tiefe von mehr als 1.800 m und gehörte damit zu den tiefsten Bergwerken Europas; er lieferte mehr als 73.000 t Uran. Der Uranerzbergbau in der Lagerstätte Niederschlema-Alberoda wurde bis 1990 betrieben.

Der Schachtkomplex 371 in Hartenstein ist heute eine der letzten, erhaltenen Uranerz-Bergbauanlagen der SDAG Wismut. Die Tagesanlagen umfassen ein viergeschossiges Schachtgebäude mit integriertem, 50 m hohem Stahl-Fördergerüst, ein Maschinenhaus mit Fördermaschine und ein großes Funktions- und Verwaltungsgebäude. Aufgrund der zahlreichen erhaltenen technischen Originalanlagen spiegelt das Schachthaus in authentischer Weise die Arbeitsweise eines Uranerzbergwerks wider. Die Schachtanlage 371 wird von der Wismut GmbH genutzt. Das ehemalige Zechenhaus dient als Verwaltungsgebäude mit Laboreinrichtungen. Die Anlage beherbergt eine beachtenswerte mineralogische und lagerstättenkundliche Ausstellung.