Eliastal

MONTANREGION ERZGEBIRGE/KRUŠNOHOŘÍ

Zur Darstellung aller erwähnten, unverwechselbaren Merkmale des Erzgebirges wurden auf tschechischer und auf sächsischer Seite des Erzgebirges insgesamt 85 über das ganze Gebirge verteilte Bestandteile für die Eintragung in der Liste des Welterbes ausgewählt.

Im Eliášské údolí (Eliastal) nordwestlich von Jáchymov werden die Spuren der Silber- und Kobalterzgewinnung aus dem 16. bis 19. Jahrhundert in einzigartiger Weise mit denen des Uranerzbergbaus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kombiniert.

Die Hinterlassenschaften der ältesten, frühneuzeitlichen Epoche der Grubenarbeiten sind am besten auf der Anhöhe Hřeben, links von der Straße von Mariánská in Richtung Abertamy Kreuzung, zu erkennen. Durch diese Anhöhe verliefen eine Reihe wichtiger Erzgänge, die seit den 1530er Jahren von Dutzenden größtenteils seichter Schächte direkt von der Oberfläche aus abgebaut wurden. Von den Ost-West-streichenden Gängen („Morgengängen“) waren dies hauptsächlich die Gänge Elias/Dorothea, Johannes, Georg, Himmelskrone und andere, von den Nord-Süd-streichenden Gängen („Mitternachtgänge“) handelte sich unter anderem um den Geister Gang, den Hieronymus Gang und vor allem um die Roten Gänge. Die größte Konzentration von Grubenbauen befand sich in der Nähe der Gangkreuzungen. Heute ist die sehr gut erhaltene relikte Bergbaulandschaft in diesem Gebiet von sich kreuzenden Zügen Dutzender Halden und Pingen geprägt, die dem Verlauf der wichtigsten silberhaltigen Gänge folgen. Archäologische Grabungen förderten hier auch Überreste von Gruben- bzw. Wohngebäuden zutage.

Aus dem Tal des Elias-Baches wurden mehrere Stolln in den Hřeben-Hügel aufgefahren, dessen verbrochene Mundlöcher noch im Gelände zum Teil noch sichtbar sind. Der tonnlägige Elias-Schacht wurde ab 1538 direkt im Tal abgeteuft, wichtigster Schacht war jedoch später der 1792 gegründete Rudolfschacht (1850 zu Ehren des renommierten Professors der Freiberger Bergbauakademie, Abraham Gottlob Werner, in Werner und nach 1945 in Rovnost umbenannt), der im 20. Jahrhundert zum tiefsten Schacht des Bergbaureviers Jáchymov (660 m) heranwuchs.

Um 1540 wurde im Eliastal der Heinzen Teich (heute Horký rybník) mit einem 6 m hohen Damm und einer gewaltigen, aus Stein ausgemauerten gewölbten Schleuse angelegt, um das Aufschlagwasser für den Elias-Schacht sicherzustellen. Als Wasserquelle für diesen Teich wurde im 16. Jahrhundert ein Sammelgraben angelegt, der teilweise am Nordwesthang des Tals erhalten blieb. Entlang des Südosthangs führte ein Wassergraben vom Heinzen Teich zum Elias-Schacht, wo bis heute der Torso der gemauerten Radstube für das Wasserrad der Grube erhalten blieb.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde ein anderer Kunstgraben errichtet, der vom Heizen Teich zum sogenannten Wassereinlassstollen führte. Seit 1851 werden die Fördermaschine und die Grubenpumpen in der Werner-Grube über diesen Stolln mit Wasser versorgt. Das Wasser wurde dann unterirdisch nach Jáchymov abgelassen, wo es zum Antrieb der Wassersäulenmaschine der Grube Svornost und der Wasserräder in dem nahegelegenen Pochwerk verwendet wurde. Der Graben vom Heinzen Teich bis zum Wassereinlassstolln blieb teilweise bis heute im Gelände erhalten. An einigen Stellen sind auch noch die Glimmerschieferplatten zu sehen, die ihn früher überdeckten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich vor allem der mittlere Teil des Tals des Eliáš Baches (Eliastal) im Zusammenhang mit dem Uranbergbau stark verändert. Das riesige Ausmaß des Uranbergbaus belegen die gewaltigen Halden der neuzeitlichen Schächte Eduard, Jiřina und Eva und – auf einem höheren Niveau – der Schächte Rovnost, Nr. 14 und Adam.
Von den Betriebsgebäuden, zu denen auch eine große Gravitations-Aufbereitungsanlage gehörte, blieb nur noch der monumentale Torso des Kompressorenhauses erhalten, teilweise erhalten blieben auch die Tagesgebäude der Grube Eduard. Ohne auch nur die geringste Spur zu hinterlassen, verschwanden die Objekte der Strafgefangenenlager Eliáš I und Eliáš II. An die Zeit der Unfreiheit erinnert heute ein Mahnmal mit einem Kreuz, das im Gedenken an die hier inhaftierten Pfadfinder aufgestellt wurde.

Die Halden der Urangruben sind nicht nur nach wie vor eine Fundstelle für eine Reihe seltener Mineralien, sondern bieten derzeit auch vielen geschützten Pflanzen Zuflucht, einschließlich mehrerer gefährdeter Orchideenarten (Rotbraune Stendelwurz, Knöllchentragende Zahnwurz, Fingerknabenkraut, Geflecktes Knabenkraut, Einblütiges Wintergrün usw.), die vom Vorkommen von Karbonaten im Taubgestein profitieren.